Souverän investieren vor und im Ruhestand

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Souverän investieren vor und im Ruhestand

Gerd Kommer - Souverän investieren vor und im Ruhestand Buchcover

AUTOR

Gerd Kommer

KATEGORIE

Finanzen & Investieren

ZUM BUCH*

ERSCHIENEN

1. Auflage 2020
Campus Verlag

Souverän investieren vor und im Ruhestand

Gerd Kommer - Souverän investieren vor und im Ruhestand Buchcover

AUTOR

Gerd Kommer

KATEGORIE

Finanzen & Investieren

ERSCHIENEN

1. Auflage 2020
Campus Verlag

ZUM BUCH*

Einleitung

In seinem neuen Buch Souverän investieren vor und im Ruhestand – Mit ETFs Ihren Lebensstandard und Ihre Vermögensziele sichern widmet sich Gerd Kommer dem Thema des passiven Investierens vor allem im Hinblick auf die finanzielle Planung der zweiten Lebenshälfte. Neben der Vermittlung fundierten Wissens über passives Investieren und damit verbundenen Anlageklassen und -produkten, greift das Buch spezielle Themen auf, die mit dem Ruhestand in Zusammenhang stehen.

Autor

Dr. Gerd Kommer ist geschäftsführender Gesellschafter der Gerd Kommer Invest GmbH in München. Er war bis zur Gründung der Gerd Kommer Invest 24 Jahre im Firmenkundenkreditgeschäft und im institutionellen Asset Management diverser Banken in Deutschland, Großbritannien und Südafrika tätig und leitete zuletzt die Londoner Niederlassung eines deutschen Asset-Management Unternehmens.

Gerd Kommer hat mehrere Finanzratgeber publiziert. Sein Standardwerk Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs* wurde 2016 mit dem Deutschen Finanzbuchpreis prämiert. Er studierte BWL, Steuerrecht, Germanistik und Politikwissenschaft in Deutschland, den USA und Liechtenstein.

Inhalt

Einleitung

Das Buch richtet sich in erster Linie an Privatpersonen und Haushalte in der zweiten Lebenshälfte, deren Ruhestand noch bevorsteht oder bereits begonnen hat. Das formulierte Anliegen ist es, der Zielgruppe eine Anleitung zu geben, Rendite, Risiko und Liquidität in ein bestmögliches Verhältnis für den Ruhestand zu bringen.

Dieses Buch ist neben Souverän investieren für Einsteiger* und Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs* das dritte der Serie und ist – wie die beiden anderen Werke – als eigenständiger Ratgeber geschrieben, der allerdings geringfügig höhere finanzielle Basiskenntnisse voraussetzt, als das Buch für Einsteiger*innen.

Kapitel 1: Klarheit über grundsätzliche Fragen herstellen

Bevor es in den späteren Kapiteln um das eigentliche Kernthema geht, werden zunächst zentrale Grundfragen der Vermögensbildung geklärt. Dabei werden verschiedene Anlagekonzepte erläutert, historische Fakten aufbereitet und häufige Denkfehler ausgeräumt.

Es geht unter anderem um Interessenskonflikte innerhalb der Finanzbranche und in den Medien („Investmentpornografie“). Weiters wird ein Vergleich der historischen Renditen der wichtigsten Anlageklassen gezogen und dies vor allem auch im Hinblick auf den Unterschied zwischen „realen“ (inflationsbereinigten) und „nominalen“ Renditen.

Ein sehr wesentlicher Punkt ist die grundsätzliche Unterscheidung zweier Investmentstile – aktives und passives Investieren. Hier erarbeitet Kommer die grundlegenden Unterschiede und erläutert, warum ein passiver Anlagestil allgemein empfehlenswert ist, vor allem auch für (Bald-) Ruheständler.

Ein weiteres Unterkapitel wird dem Risiko gewidmet. Kommer unterscheidet hier zwischen guten und schlechten Risiken und weiters zwischen sichtbarem und unsichtbarem Risiko und erläutert, warum Risiko und Rendite untrennbar miteinander verbunden sind.

Besonders wichtig für die Zielgruppe der angehenden Ruheständler dürfte insbesondere das Renditereihenfolgerisiko (Sequence-of-Returns Risk) sein, dem Kommer deshalb auch ein eigenes Kapitel widmet. Für die allermeisten Portfolios ist dieses Risiko von größter Bedeutung, da die Reihenfolge der einzelnen Jahresrenditen einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtrendite und letztlich auf den Portfolioendwert hat.

Die Bedeutung der Diversifikation und der Nebenkosten der Vermögensanlage wird ebenso hervorgehoben. Letztere können sich auf lange Sicht als wahre Renditekiller erweisen.

Ein interessantes Kapitel behandelt den Begriff der „Nullzinsen“, eine Konsequenz der Niedrigzinspolitik der EZB. Kommer unterzieht den allgegenwärtigen Klagen über die sog. Nullzinsen einer Prüfung und kommt dabei zu einem überraschenden Ergebnis.

Dass der „sichere Hafen“ Bankeinlagen keineswegs so risikofrei sein muss, wie allgemein angenommen wird, erläutert Kommer in einem weiteren Kapitel. Weiters geht es um Sachwertanlagen und deren vermeintlichen Vorteile in Krisen- und Inflationsszenarien, um negative Zinsdifferenzgeschäfte, um die Restlebenserwartung und den Anlagehorizont, um „Verpackung und Inhalt“ bei Vermögensanlagen und schließlich in einem noch sehr umfassenden Kapitel um Anlageprodukte von denen man eher die Finger lassen sollte, wovon der Autor sage und schreibe 20 Produkte erwähnt und kurz und schlüssig begründet, warum diese in den meisten Fällen zu vermeiden sind.

Kapitel 2: Die wirklich relevanten Bausteine der Vermögensanlage – vor und im Ruhestand

Im zweiten Kapitel werden jene Asset-Klassen und Finanzprodukte zusammengetragen, die für die finanzielle Konstitution von Privatanlegern im Ruhestand tatsächlich von Bedeutung sind.

Da wäre zunächst das Humankapital, also das Gehaltseinkommen, das eine Person bis zur Beendigung der Berufstätigkeit beziehen wird. Das Humankapital ist vor allem für junge Menschen ein wichtiges Asset und wird umso geringer, je älter man wird bzw. je zeitlich näher der Einstieg in die Rente rückt.

Die gesetzliche Rentenversicherung stellt einen weiteren relevanten Baustein des Vermögens im Ruhestand dar, wenn nicht sogar den grundlegendsten. Für jüngere Generationen wird das Rentenniveau allerdings weit weniger attraktiv ausfallen, als für ältere Generationen.

Weiters werden sog. Betriebsrenten (betriebliche Altersvorsorge), Bankeinlagen und Geldmarktfonds beleuchtet.

Besonders ausführlich widmet sich Gerd Kommer der Asset-Klasse der Immobilien. Dabei werden Immobilien genauer hinsichtlich der Renditemöglichkeiten, der Risiken, dem damit verbundenen Arbeitsaufwand und der Liquidität unter die Lupe genommen.

Natürlich werden auch ETFs genauer betrachtet und die Vorteile gegenüber Einzelwertpapieren (Aktien und Anleihen), Edelmetallen (Gold, Silber, Platin) und nicht börsennotierter Unternehmensbeteiligungen hervorgehoben.

Kapitel 3: Die Bestandsaufnahme – wo stehe ich?

Um sein Ziel für den Ruhestand zu definieren, muss zunächst eine gewissenhafte Bestandsaufnahme der finanziellen Ist-Situation vorgenommen werden. Dabei schlägt Kommer ein analoges Vorgehen zu einer Gewinn-und-Verlust-Rechnung eines Unternehmens vor. Ziel ist es, den Differenzbetrag zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu erarbeiten bzw. die Differenz zwischen Eigen- und Fremdkapital.

Es werden Vorschläge gegeben, um diese beiden Positionen einzuschätzen und zu bewerten, wobei die sog. Barwertmethode eingesetzt wird, die auch als die gängigste Bewertungsmethode der Betriebswirtschaft darstellt. Auch das Vorgehen zum Führen einer einfachen Haushaltsbilanz wird erläutert, die den eigenen Bedürfnissen und Vorlieben entsprechend adaptiert werden kann.

Kapitel 4: Zwei Gretchenfragen: „Reicht mein Geld?“ und „Welchen Lebensstandard kann ich mir leisten?“

Für Menschen im Ruhestand sind diese beiden Fragen von besonderem Interesse: „Reicht mein Geld?“ und „Welchen Lebensstandard kann ich mir leisten?“ Die Klärung dieser Fragen kann grundsätzlich auf zwei Arten erfolgen und zwar dahingehend ob Unsicherheit rechnerisch berücksichtigt werden soll oder nicht.

Beim einfacheren Weg mit geringerer Aussagekraft werden Unsicherheitsfaktoren nicht berücksichtigt. Hier gibt es im Wesentlichen zwei Rechenvarianten, die Kommer vorstellt. Sie können mit online verfügbaren Finanzrechnern oder via Microsoft Excel umgesetzt werden. Entsprechende Verweise gibt es im Buch.

Eine genauere Prognosetechnik ist die sog. Monte-Carlo-Simulation. Diese ist eine wahrscheinlichkeitsbasierte Simulations- und Prognose-Technik, mit der essentielle Unsicherheitsfaktoren berücksichtigt werden können. Dabei werden auf Basis verschiedener Kennzahlen des Anwenders (Renditeerwartung, Volatilität, Restlebenserwartung, Portfolioeinzahlungen und –entnahmen) vielfach Fälle erzeugt (sog. Iterationen), die von der besten bis zur schlechtesten Prognose sortiert werden können. Der große Vorteil einer frühzeitigen Simulation besteht darin, rechtzeitig noch Anpassungen vorzunehmen, damit diese noch entsprechend ihre Wirkung entfalten können.

Gerd Kommer geht in diesem Kapitel auch auf die in der Frugalismus– und FIRE-Community (Financial Independence, Retire Early) oftmals diskutierte Vier-Prozent-Regel ein. Dieser Regel zufolge gilt eine Entnahmerate von 4 % als Richtwert für ein nachhaltiges Portfolioüberleben. Kommer stuft diese jedoch als deutlich zu optimistisch und unrealistisch ein. Sogar eine Entnahmerate von nur 3,5 % seien noch zu optimistisch.

An dieser Stelle werden Entnahmestrategien und das Thema nachhaltige Entnahmeraten leider nicht weiter ausgeführt, stattdessen wird auf weitere Arbeiten verschiedener Autoren verwiesen.

Falls man zum dem Schluss kommen sollte, dass das Geld unter Umständen nicht ausreichen werde, so bietet der Autor schließlich noch Abhilfemaßnahmen für den Fall eines noch bevorstehenden, als auch für den Fall eines bereits angetretenen Ruhestands an.

Kapitel 5: Der Weltportfolio-Ansatz – die Hauptelemente

In diesem Kapitel stellt Gerd Kommer seinen Weltportfolio-Ansatz vor. Er erläutert, worin dieser besteht und auf welchen Prinzipien er basiert und vor allem auch, worauf er NICHT basiert. Im Wesentlichen handelt es sich beim Kommerschen Weltportfolio um ein Anlegerportfolio, das aus einem risikobehafteten Teil besteht, der den weltweiten Aktienmarkt abbilden soll und einem risikoarmen Teil, der aus Geldmarktanlagen besteht. Umgesetzt werden der risikobehaftete Teil mit Aktien-ETFs und der risikoarme Teil mit Anleihen-ETFs und/oder Tagesgeld.

Die Umsetzung dieses Konzepts erfolgt einerseits über das Festlegen der „Level-1-Asset-Allokation“, der „Level-2-Asset-Allokation“ und durch regelmäßiges Rebalancing.

Die Level-1-Asset-Allokation meint dabei die Aufteilung des Portfolios in einen risikobehafteten und einen risikoarmen Portfolioteil. Dabei soll der risikobehaftete Teil die Rendite erbringen und der risikoarme Teil das Portfolio in ausreichendem Maße absichern. Um die Gewichtung dieser beiden Bestandteile festzulegen, muss die persönliche Risikotragfähigkeit bestimmt werden. Die Orientierung kann anhand einer Tabelle im Buch vorgenommen werden. Grundsätzlich kann der risikobehaftete Teil umso größer sein, je länger der Anlagehorizont bzw. je später der Eintritt in die Vermögensverbrauchsphase ist.

Die Level-2-Asset-Allokation ist die Übersetzung des Portfolios in einen konkreten Anlagevorschlag. Wer das Standardwerk Souverän Investieren mit Indexfonds & ETFs* von Gerd Kommer kennt, weiß, dass es dafür verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Komplexitätsstufen gibt. Im vorliegenden Buch wird lediglich die erste und simpelste Variante des Weltportfolios vorgestellt.

Der risikobehaftete Teil besteht dabei lediglich aus einem ETF, der den Weltaktienmarkt möglichst lückenlos abbilden soll. Konkrete ETFs werden aufgrund der immer größer werdenden und sich stets ändernden Produktlandschaft keine empfohlen. Stattdessen führt Kommer entsprechende Indizes an, die diesen Zweck erfüllen. So etwa den MSCI ACWI IMI Index oder den FTSE All-World Index.

Für den risikoarmen Teil des Weltportfolios werden entsprechende Anleihen-Indizes vorgeschlagen, die entweder in Kombination oder anstelle von Tagesgeld in Frage kommen. Dabei schlägt Kommer Anleihenindizes vor, die Staatsanleihen höchster Bonität mit kurzer Laufzeit und ohne Währungsrisiko oder Unternehmensanleihen mit mindestens einer Rating-Note BBB-, einer hohen Diversifikation und einer maximalen Laufzeit von 18 Monaten berücksichtigen.

Weitere mögliche Portfoliobestandteile wie Gold, Rohstoffe-Futures, Immobilien oder Faktorprämien kommen in dieser einfachsten Portfoliovariante nicht in Frage und werden daher nicht weiter erläutert. Das Thema Factor-Investing wird also in diesem Buch gar nicht behandelt.

Kapitel 6: Umsetzungsaspekte des Weltportfolio-Ansatzes in der Praxis

„Weit mehr Geld wurde beim Warten auf Marktkorrekturen verloren als in den Korrekturen selbst.“ Peter Lynch

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt, um einzusteigen, quält viele Anleger. Oft weist dieses Zögern auf zwei verschiedene Formen der Angst hin. Entweder besteht die Sorge darin, in einen heißgelaufenen und zu hoch bewerteten Markt einzusteigen, oder in einen fallenden Markt zu investieren, der den Boden noch nicht erreicht hat und einem fallenden Messer gleicht. Gerd Kommer räumt mit den Mythen vom „richtigen Timing“ auf und erläutert, warum dieses Zögern und Zuwarten in den meisten Fällen sehr schädlich sein und Opportunitätskosten verursachen kann. Der Autor hat auch zwei „Psychotricks“ in petto, mit denen der Einstieg erleichtert werden kann.

Gerd Kommer gibt weiters Tipps zum richtigen Einsatz von Sparplänen und unterzieht dem viel zitierten Durchschnittskosteneffekt (Cost Average Effect) einer kritischen Betrachtung.

Eine sehr interessante Ausführung betrifft Mythen und Missverständnisse bei Depotentnahmen. Anleger bewerten Entnahmen aus laufenden Erträgen (z.B. Dividenden) sehr häufig systematisch anders und als weniger schädlich als Entnahmen, die über Anteilsverkäufe (von Wertpapieren oder Fonds) stammen (Stichwort: Dividend-Fallacy). Dass dies rational betrachtet jedoch nicht der Fall ist, wird mit einigen kräftigen Argumenten untermauert.

Kommer widmet sich auch der Frage nach ausschüttenden vs. thesaurierenden ETFs und welche zu bevorzugen seien. Wie demonstriert wird, sind Unterschiede für den Anleger meist jedoch weit weniger dramatisch als angenommen.

Verschiedene Auszahlvarianten werden im Unterkapitel zu Auszahlplänen und Depotentnahmen behandelt. Relativ ausführlich und kritisch widmet sich Kommer den Themen Sozial verantwortliche Geldanlagen und nachhaltiges Investieren.

Schließlich wird noch die Kritik an ETFs näher behandelt. Die häufigsten Kritiken werden erläutert und Kommer nimmt eine persönliche Einschätzung diesbezüglich vor, bevor das Kapitel mit einigen Anleitungen und Tipps zur richtigen ETF- und Depot-Auswahl abgeschlossen wird.

Kapitel 7: Was tun, wenn ich Euro- und Deutschland-Pessimist bin?

Der Autor versucht diese Frage in diesem Kapitel derart zu klären, dass zwischen Maßnahmen unterschieden wird, die im Falle eines derartigen Negativszenarios das Eigentum voraussichtlich nicht zu schützen vermögen und solchen, die zwar aufwendig sind, aber tatsächlich helfen können, um Eigentum zu schützen.

Kapitel 8: Andere Vermögensthemen vor und im Ruhestand

Es werden hier bestimmte Spezialthemen behandelt, wie Auswandern im Ruhestand, Heiraten zur finanziellen Optimierung, Erbschaften und Schenkungen und dem Erteilen von Vollmachten für nahestehende Personen.

Kapitel 9: Steuern und Vermögensanlagen – die Basics

Dieses Kapitel widmet sich dem Thema der Besteuerung von Fonds und ETFs und erläutert und beziffert den Steuervorteil, den ein Anlagestil im Sinne einer Buy-and-Hold-Strategie mit sich bringt. Dieses Kapitel bezieht sich allerdings größtenteils auf Deutschland.

Kapitel 10: Einen Berater oder Vermögensverwalter engagieren – Warum? Wann? Wen?

Das Buch ist als Ratgeber verfasst und soll Privatanlegern ermöglichen, die vorgestellten Investmentkonzepte selbständig umzusetzen. Es kann jedoch auch sinnvoll sein, für die Umsetzung einen professionellen Berater zu konsultieren. Warum und in welchen Fällen dies besonders sinnvoll erscheint und wer dafür in Frage kommt, diese Fragen werden in diesem Kapitel erläutert.

Kapitel 11: Was tun im Aktien-Crash?

Hier geht es letztlich um die Frage, was ein Aktien-Crash eigentlich bedeutet und wie man mit dem Wissen umgehen sollte, dass der nächste Crash mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kommen wird.

„Die Frage im Titel dieses Kapitels lautet ‚Was tun im Aktien-Crash?‘ Die Antwort und meine Empfehlung: Nichts.“

Wer sich an die Empfehlungen des Buches gehalten hat und die eigenen Möglichkeiten hinsichtlich der persönlichen Risikotragfähigkeit ausreichend reflektiert hat, hat keine Notwendigkeit, im Falle eines Crashs aktiv zu handeln.

Kapitel 12: Was bedeutet das alles für Sie? – ein Resümee

Im letzten Kapitel des vorliegenden Buchs werden nochmals die vorangegangenen Kapitel zusammengefasst und Gerd Kommer erläutert, warum es aus seiner Sicht so wichtig ist, mit den vielen Investmentmythen aufzuräumen und psychologische Fallstricke und Denkfehler zu erläutern, die so entscheidend für den Anlageerfolg sind. Für kluge Privatanleger führt bei Kommer kein Weg an ETFs vorbei und so ist es das Bestreben des Buchs, die Leser unter Berücksichtigung der Wissenschaft zu den einfachsten, am meisten transparenten und günstigsten Anlageprodukten zu führen. Nicht umsonst werden Indexfonds und ETFs als die bedeutsamste Innovation in der Finanzwelt in den letzten 50 Jahren bezeichnet.

Nach Fertigstellung des Buchs begann der Crash im Zuge der Corona-Krise und Gerd Kommer war es noch möglich, per 18.03.2020 eine Notiz Post Scriptum festzuhalten. Dabei stellt er seine Sicht der Dinge klar und betont, dass alle Informationen aus diesem und seinen früheren Büchern uneingeschränkt auch in der aktuellen Situation gelten. Niemand könne vorhersagen, wie es weiter geht und wie dieser Crash verlaufen wird.

„Eines ist hingegen klar: Die Weltwirtschaft wird auch diese Krise überwinden und der globale Aktienmarkt wird sich wieder erholen, den Vor-Crash-Höchststand vom 19. Februar 2020 wieder erreichen und danach weiter steigen.“

Kritik

Erneut bietet Gerd Kommer den Leser*innen in seinem neuen Buch hervorragend recherchiertes Wissen für Privatinvestoren auf wissenschaftlicher Basis. Aus meiner Sicht gibt es wenige Finanzratgeber, die den Büchern von Gerd Kommer qualitativ das Wasser reichen können. Der qualitative Aspekt kommt auch in diesem Buch nicht zu kurz.

Wer sein Standardwerk bereits gelesen hat, wird nicht allzu viel Neues, aber einige interessante ergänzende Details erfahren. Besonders interessant sind die ausführlichen Erläuterungen zum häufig verbreiteten Irrtum hinsichtlich der Thematik Portfolioentnahmen via laufende Erträge vs. Portfolioentnahmen via Anteilsverkäufen. Dieser Blickwinkel könnte für viele Anleger*innen von großem Interesse sein.

Ebenso wertvoll sind die Verweise zu nützlichen Online-Rechentools. So etwa zu www.behavioral-finance.de, eine Website der Universität Mannheim, die verschiedene Rechen- & Simulationstools enthält, unter anderem auch die Möglichkeit einer Monte-Carlo-Simulation.

Wer den Schreibstil Kommers kennt, weiß um die manchmal kniffligen Satzstrukturen Bescheid, zu denen Gerd Kommer eine gewisse Vorliebe hat und wodurch das Lesen teilweise etwas erschwert werden kann. Auch wenn manche Sätze oder Kapitel eventuell ein zweites Mal gelesen werden müssen, so ist der inhaltliche Nutzen dieses Mehraufwands es jedenfalls wert.

Zu bemängeln sind die meines Erachtens etwas zu kurz geratenen Inhalte zu verschiedenen Entnahmestrategien. Hier war die persönliche Erwartungshaltung aufgrund des Buchtitels doch etwas höher. Eine vertiefende Ausführung zu dem Thema wäre wünschenswert gewesen.

Leider beziehen sich die Inhalte zu den steuerlichen Aspekten größtenteils auf Deutschland und besitzen für Leser*innen aus Österreich und der Schweiz nur eingeschränkte Aussagekraft.

Die von Kommer ausgeführte Kritik zu nachhaltigen Investments ist gewiss nachvollziehbar. Die Auslegungen der Themen Nachhaltigkeit, Ethik, Soziale Verträglichkeit usw. sind immer sehr individuell gefärbt und von Umsetzungsproblemen gekennzeichnet, sodass es hier vermutlich auch in Zukunft kaum inhaltlich hundertprozentig schlüssige und einheitliche Lösungen geben kann. Das Thema ist jedoch vielen Anleger*innen ein großes Anliegen und weitere Entwicklungen in dieser Nische könnten in der Zukunft für die Umwelt große Tragweite erlangen. Insofern stellt sich die Frage, inwiefern man die Bemühungen der Finanzwelt in diese Richtung daher nicht dennoch weiter begrüßen und fördern sollte und in diesem Bereich die Erwartungshaltungen den Produktentwicklungen gegenüber etwas adaptieren sollte. Sich weiterhin einen kritischen Blick auf die Dinge zu bewahren, schadet jedoch gewiss nicht.

Fazit

Das Buch bietet einen Komplettüberblick über alle relevanten Aspekte des passiven Investierens. Für jemanden, der die Literatur Kommers gerne liest, ist das neue Buch eine gelungene Fortsetzung der „Souverän investieren“-Reihe. Wer das Standardwerk Souverän investieren in Indexfonds und ETFs* bereits gelesen hat, wird nicht allzu viel Neues, allerdings einige interessante Ergänzungen erfahren. Wer sein Standardwerk noch nicht gelesen und ein spezielles Interesse im Hinblick auf das Thema finanzielle Sicherheit im Ruhestand hat, der kann mit der Lektüre des vorliegenden Buchs ebenso beginnen, denn es ist als eigenständiges Ratgeberbuch geschrieben.

Das Buch behandelt viele fundamentale Fragen zur Vermögensbildung und dessen Bewahrung im Ruhestand, wobei alle relevanten Asset-Klassen kritisch beleuchtet und einer wissenschaftlich fundierten Bewertung unterzogen werden. Kommer hebt dabei besonders die ertragreichste aller Asset-Klassen hervor, nämlich Aktien bzw. ETFs. Eine Investition in diese Assets, in Kombination mit risikoarmen Geldanlagen, stellt aus seiner Sicht die sinnvollste und rentabelste Form der Altersvorsorge dar. Dabei werden die Leser*innen zu den relevanten Fragestellungen sensibilisiert, die damit in Zusammenhang stehen und zu einer möglichen Umsetzung angeleitet.

Wer sich eine Strategie für die finanzielle Gesundheit im eigenen Ruhestand erarbeiten und dabei die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse für sich nutzen möchte, dem kann die Lektüre von Souverän investieren vor und im Ruhestand* sehr empfohlen werden. Die Leser*innen werden auf alle wichtigen Aspekte der finanziellen Sicherung des Ruhestands sensibilisiert und das Buch kann als eigenständiger Ratgeber gelesen werden. Wer jedoch genauer in die Materie des Indexings und des Investierens in ETFs eindringen möchte, dem sei das Studium des Standardwerks Souverän investieren in Indexfonds und ETFs* als weiterführende Literatur sehr empfohlen.

HIER GEHTS ZUM BUCH*

Das Buch gibt es auch als Hörbuch* bei Audible. Du kannst Audible hier für 30 Tage lang kostenlos testen (Affiliate-Link):

Pro & Contra

  • Wissenschaftlich fundierte Inhalte für Privatinvestoren

  • Interessante Ergänzungen zum Standardwerk

  • Verweise auf nützliche Online-Tools

  • Entnahmestrategien etwas zu knapp ausgeführt

  • Anspruchsvoller Schreibstil erschwert die Lesbarkeit

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Von |2020-07-27T21:05:34+02:0017. Juni 2020|Buchempfehlungen, Finanzen & Investieren|0 Kommentare

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